Gila Sternwarte Erbach

M81-Gruppe

Am 17. Januar habe ich, nach meiner 1. Spiegelwäsche meines 1o Zoll Newtons, die Spiegelposition versetzt, damit ich einen ASA 0,7 Reducer verwenden kann und so ein extrem lichtstarkes F/2,8 System erhalte. Nach dem Kollimieren (genaues Ausrichten der Spiegel) wollte ich, trotz des hellen Mondlichts, unbedingt etwas fotografieren. Einerseits wollte ich die neue Feldgröße sehen, andererseits wollte ich wissen, wie gut die Randsterne des Bildes abgebildert werden.

Die Bildgröße beträgt knapp 1,4° und der Abstand Reducer/Korrektor ist noch nicht ganz getroffe (noch Verzerrungen am Bildrand).

Ausschnitt aus obigem Bild, Fotografie einer Supernova 4 Tage vor Ihrer offiziellen Entdeckung

Am 22. Januar las ich dann von der Entdeckung einer Supernova in der Galaxie M82, die am 21.Januar durch eine Gruppe britischer Studenten, die in der Bedienung eines Universitätsteleskopes eingewiesen wurde, erfolgte. Auf meinem Bild ist die Supernova SN2014J schon deutlich zu sehen. Diese Explosion eines Weißen Zwerges (Typ 1a) erzeugt kurzzeitig die milliardenfache Helligkeit unserer Sonne und kann damit die Helligkeit einer ganzen Galaxie erreichen.

Ausschnittsvergrößerung, SN2014J am 28.1.2014, nun auch in kleineren Teleskopen zu sehen

Die Informationen weiter unten zu M81/82 vom November 2013 lasse ich wegen der Aktualität weiterhin hier stehen.

M81 und M82, Entfernung 12 Millionen Lichtjahre
M82, 25.11.2013

Die Galaxie M82 ist eine Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär (UMa). Die Spiralarme sind aber durch die seitliche Sicht nur mit Profiausrüstung zu erkennen. Mit ca. 12 Millionen Lichtjahren Entfernung gehört M82 nicht zur Lokalen Galaxiengruppe, sondern schon zur nächsten sogenannten M81-Gruppe. Mit einem Durchmesser von 40000 Lichtjahren ist M82 deutlich kleiner als unsere Milchstraße.

M82, Auschnittsvergrößerung, etwa 20% des Bildes

Vor ca. 500 Millionen Jahren hatte M82 einen nahen Vorbeiflug an der großen Hauptgalaxie M81, was bis heute eine heftige Sternentstehungsrate zur Folge hat. Dadurch strahlt M82 stark im Infrarot- und Radiobereich. Auch auf meinem Amateurfoto ist eine starke Rotfärbung deutlich zu erkennen. Die vom Zentrum aus nach außen gerichteten Jets (hervorgerufen durch zahlreiche Supernovas (ich habe nachgeschaut, sowohl Novas als auch Novae ist richtig)), hoffe ich auf einem meiner nächsten Fotos nachweisen zu können.

Die Aufnahme entstand durch mein 10 Zoll RC Teleskop bei F/8 (2000 mm Brennweite) mit der ATIK 383 Farbkamera, Belichtungszeit 2:25 Stunden.

Entdeckt wurde die Galaxie M82 übrigens im Jahre 1774 durch meinen Namensvetter Bode, Johann Elert Bode.